MSV - Was du schon immer über Sex wissen wolltest
Ein Präventionsprojekt, der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), von Studierenden für Jugendliche.
Ziele
Im Vordergrund steht die Vermittlung von Wissen über Sexualität und Verhütung sowie HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Durch Gespräche in Gruppen versuchen wir den Jugendlichen zu zeigen, dass altersentsprechende Fragen, Ängste und Unsicherheiten keine Ausnahme sind. Gleichzeitig sollen sie erkennen, dass es möglich ist, ohne Probleme über Sexualität zu reden. Zu diesem Zwecke gehen eigens dafür ausgebildete Studierende in Schulen und Jugendgruppen und vermitteln dort den Präventivgedanken.
Grundlagen
Als Maxime gilt: Schutz durch Aufklärung. Denn nur durch frühzeitige Aufklärung kann die Ansteckungsgefahr für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen reduziert werden. Der inhaltliche Schwerpunkt des Projektes ist die Auseinandersetzung mit Sexualität und ihrer medizinischen Bedeutung. Basierend auf medizinisch wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen Wissen und die Vorstellungen, die den Jugendlichen in populären Jugendmagazinen und im Freundeskreis vermittelt werden, aufgegriffen, kritisch betrachtet und gegebenenfalls richtiggestellt werden. Der thematische Schwerpunkt liegt hierbei auf HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, wie z.B. Hepatitis. Gemeinsam mit den Studierenden erarbeiten sich die Jugendlichen Basiswissen über deren Übertragungswege und sinnvolle Schutzmöglichkeiten.
Methoden
Statt belehrendem Frontalunterricht bieten wir Jugendlichen einen gleichberechtigten Dialog: Nach dem Motto „Jung lehrt Jung“ wollen wir Studierenden den Jugendlichen das Thema Sexualität näher bringen. Im Gegensatz zu Eltern und Lehrern können wir als eher gleichgestellte Gesprächspartner mit eigenen Erfahrungen und Tipps zu Diskussionen beitragen und solche anregen. Mit Hilfe von Rollenspielen und anderen erlebnisorientierten Methoden aus dem Bereich der Sexualpädagogik werden Alltagssituationen und -probleme verdeutlicht, zudem wird die Kreativität gefördert und die Diskussion interessant gehalten. Das Konzept ermöglicht eine lockere, zum Teil auch spielerische Auseinandersetzung mit den oben genannten Themen. Die Ernsthaftigkeit bestimmter Aspekte wird dabei stets betont.
Motivation
Ziel jedes medizinischen Handelns sollte nicht nur die Behandlung, sondern auch die Vorbeugung von Krankheiten sein. Deshalb ist es vor allem bei sexuell übertragbaren Krankheiten sinnvoll, durch Aufklärungsarbeit deren fahrlässige Verbreitung zu verhindern. Als selbst noch junge Erwachsene fällt es uns Studierenden leichter, Zugang zu den Jugendlichen zu finden und uns in sie hinein zu versetzen. Außerdem erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie ihren Eltern oder Lehrern nicht stellen würden. Wir hoffen, als junge MedizinerInnen in Deutschland so einen kleinen Beitrag zur Prävention leisten zu können. Die Studierenden engagieren sich in diesem Projekt ehrenamtlich.
Qualifikation
Die Studierenden werden auf viertägigen Workshops in die Thematik eingearbeitet. ReferentInnen sind Sexual- sowie SozialpädagogInnen, ÄrztInnen und bereits erfahrene Studierende. Eine Weiterbildung zu Problemreflexion und Gestaltung von Lösungswegen in der Sexualpädagogik, Schwerpunkthemen lokalen Interesses und neuen sexulpädagogischen Methoden findet ebenfalls in viertägigen Workshops statt. Zusätzlich sind alle Lokalprojekte gefordert, lokale Weiterbildungsveranstaltungen zu organisieren. Partner des Projektes und der einzelnen Lokalgruppen sind in Sexualpädagogik erfahrene Organisationen wie die AIDS-Hilfe und Pro Familia, sowie Experten für weitere Ausbildungs- und Aufgabenbereiche, z.B. Sozialpädagogen und Kommunikationstrainer.
